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qbs0318 2007-8-30 09:54

Sofies Welt(节选)

Jostein Gaarder

  Sofies Welt

  Roman über die Geschichte der Philosophie

  Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

  Carl Hanser Verlag Wer nicht von dreitausend Jahren Sich wei? Rechenschaft zu geben, Bleib im Dunkeln unerfahren, Mag von Tag zu Tage leben.

  Johann Wolfgang Goethe

  Der Garten Eden

  …… schlie?lich und endlich mu?te doch irgendwann irgend etwas aus null und nichts entstanden sein……

  Sofie Amundsen war auf dem Heimweg von der Schule. Das erste Stück war sie mit Jorunn zusammen gegangen. Sie hatten sich über Roboter unterhalten. Jorunn hielt das menschliche Gehirn für einen komplizierten Computer. Sofie war sich nicht so sicher, ob sie da zustimmte. Ein Mensch mu?te doch mehr sein als eine Maschine?

  Beim Supermarkt hatten sie sich getrennt. Sofie wohnte am Ende eines ausgedehnten Viertels mit Einfamilienh?usern und hatte einen fast doppelt so langen Schulweg wie Jorunn. Ihr Haus schien am Ende der Welt zu liegen, denn hinter ihrem Garten gab es keine weiteren H?user mehr, nur noch Wald.

  Jetzt bog sie in den Kl?verveien ein. Ganz am Ende machte der eine scharfe Kurve, die ?Kapit?nskurve? genannt wurde. Menschen waren hier fast nur samstags und sonntags zu sehen.

  Es war einer der ersten Tage im Mai. In einigen G?rten blühten unter den Obstb?umen dichte Kr?nze von Osterglocken. Die Birken hatten dünne Umh?nge aus grünem Flor.

  War es nicht seltsam, wie zu dieser Jahreszeit alles anfing zu wachsen und zu gedeihen? Woran lag es, da? Kilo um Kilo des grünen Pflanzenstoffes aus der leblosen Erde quellen konnte, sowie das Wetter warm wurde und die letzten Schneereste verschwunden waren?

  Sofie schaute in den Briefkasten, ehe sie das Gartentor ?ffnete. In der Regel gab es darin viel Reklamekram und einige gro?e Briefumschl?ge für ihre Mutter. Sofie legte dann immer einen dicken Stapel Post auf den Küchentisch, ehe sie auf ihr Zimmer ging, um ihre Aufgaben zu machen.

  An ihren Vater kamen nur manchmal Kontoauszüge, aber er

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  war schlie?lich auch kein normaler Vater. Sofies Vater war Kapit?n auf einem ?ltanker und fast das ganze Jahr unterwegs. Wenn er dann für einige Wochen nach Hause kam, latschte er nur in Pantoffeln im Haus herum und kümmerte sich rührend um Sofie und ihre Mutter. Aber wenn er auf Reisen war, konnte er ziemlich fern wirken.

  Heute lag in dem gro?en grünen Briefkasten nur ein kleiner Brief -und der war für Sofie.

  ?Sofie Amundsen?, stand auf dem kleinen Briefumschlag?Kl?verveien 3? Das war alles, kein Absender Der Brief hatte nicht einmal eine Briefmarke.

  Sowie Sofie das Tor hinter sich geschlossen hatte, ?ffnete sie den Briefumschlag Dann fand sie nur einen ziemlich kleinen Zettel, nicht gr??er als der dazugeh?rende Umschlag Auf dem Zettel stand Wer bist Du?

  Mehr nicht. Der Zettel enthielt keinen Gru? und keinen Absender, nur diese drei handgeschriebenen W?rter, auf die ein gro?es Fragezeichen folgte.

  Sie sah noch einmal den Briefumschlag an. Doch -der Brief war wirklich für sie Aber wer hatte ihn in den Briefkasten gesteckt?

  Sofie schlo? rasch die Tür des roten Hauses auf. Wie üblich konnte die Katze Sherekan sich aus den Büschen schleichen, auf den Treppenabsatz springen und ins Haus schlüpfen, ehe Sofie die Tür hinter sich zugemacht hatte.

  ?Miez, Miez, Miez!?

  Wenn Sofies Mutter aus irgendeinem Grund sauer war, bezeichnete sie ihr Haus manchmal als Menagerie. Eine Menagerie war eine Sammlung verschiedener Tiere, und wirklich -Sofie war mit ihrer eigenen Sammlung recht zufrieden Zuerst hatte sie ein Glas mit den Goldfischen Goldl?ckchen, Rotk?ppchen und Schwarzer Peter bekommen Dann kamen die Wellensittiche Tom und Jerry, die Schildkr?te Govinda und schlie?lich noch die gelbbraune Tigerkatze Sherekan dazu. Alle Tiere sollten

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  eine Art Entsch?digung sein, weil ihre Mutter sp?t Feierabend hatte und ihr Vater soviel in der Welt herumfuhr.

  Sofie warf die Schultasche in die Ecke und stellte Sherekan eine Schale mit Katzenfutter hin. Dann lie? sie sich mit dem geheimnisvollen Brief in der Hand auf einen Küchenhocker fallen.

  Wer bist Du ?

  Wenn sie das wüsste! Sie war natürlich Sofie Amundsen, aber wer war das? Das hatte sie noch nicht richtig herausgefunden.

  Wenn sie nun anders hie?e? Anne Knutsen zum Beispiel. W?re sie dann auch eine andere?

  Pl?tzlich fiel ihr ein, da? ihr Vater sie zuerst gern Synn?ve genannt h?tte. Sofie versuchte sich auszumalen, wie es w?re, wenn sie die Hand ausstreckte und sich als Synn?ve Amundsen vorstellte -aber nein, das ging nicht. Dabei stellte sich die ganze Zeit eine andere vor.

  Nun sprang sie vom Hocker und ging mit dem seltsamen Brief in der Hand ins Badezimmer. Sie stellte sich vor den Spie gel und starrte sich in die Augen.

  ?Ich bin Sofie Amundsen?, sagte sie

  Das M?dchen im Spiegel schnitt als Antwort nicht einmal die kleinste Grimasse. Egal, was Sofie auch machte, sie machte genau dasselbe. Sofie versuchte, dem Spiegelbild mit einer blitzschnellen Bewegung zuvorzukommen, aber die andere war genauso schnell.

  ?Wer bist du?? fragte Sofie

  Auch jetzt bekam sie keine Antwort, aber für einen kurzen Moment wu?te sie einfach nicht, ob sie oder ihr Spiegelbild diese Frage gestellt hatte. Sofie drückte den Zeigefinger auf die Nase im Spiegel und sagte:

  ?Du bist ich.?

  Als sie keine Antwort bekam, stellte sie den Satz auf den Kopf und sagte:

  ?Ich bin du. ?

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  Sofie Amundsen war mit ihrem Aussehen nie besonders zufrieden gewesen. Sie h?rte oft, da? sie sch?ne Mandelaugen h?tte, aber das sagten sie wohl nur, weil ihre Nase zu klein und ihr Mund etwas zu gro? war. Die Ohren sa?en au?erdem viel zu nah an den Augen. Am schlimmsten aber waren die glatten Haare, die sich einfach nicht legen lie?en. Manchmal strich der Vater ihr darüber und nannte sie ?das M?dchen mit den Flachshaaren?, nach einer Komposition von Claude Débussy. Der hatte gut reden, schlie?lich war er nicht dazu verurteilt, sein Leben lang schwarze, glatt herabh?ngende Haare zu haben. Bei Sofies Haaren halfen weder Spray noch Gel.

  Manchmal fand sie ihr Aussehen so seltsam, da? sie sich fragte, ob sie vielleicht eine Mi?geburt sein konnte. Ihre Mutter hatte jedenfalls von einer schwierigen Geburt erz?hlt. Aber entschied wirklich die Geburt, wie jemand aussah?

  War es nicht ein bi?chen komisch, da? sie nicht wu?te, wer sie war? Und war es nicht auch eine Zumutung, da? sie nichtüber ihr eigenes Aussehen bestimmen konnte? Das war ihr einfach in die Wiege gelegt worden. Ihre Freunde konnte sie vielleicht w?hlen, sich selber hatte sie aber nicht gew?hlt. Sie hatte sich nicht einmal dafür entschieden, ein Mensch zu sein.

  Was war ein Mensch ?

  Sofie sah wieder das M?dchen im Spiegel an.

  ?Ich glaube, ich mache jetzt lieber meine Bio-Aufgaben?, sagte sie, fast, wie um sich zu entschuldigen. Im n?chsten Moment stand sie drau?en im Flur.

  Nein, ich gehe lieber in den Garten, dachte sie dort.

  ?Miez, Miez, Miez, Miez!?

  Sofie scheuchte die Katze hinaus auf die Treppe und schlo?

  hinter sich die Tür.

  Als sie mit dem geheimnisvollen Brief in der Hand drau?en auf dem Kiesweg stand, überkam sie pl?tzlich ein seltsames Gefühl. Sie kam sich fast wie eine Puppe vor, die durch Zauberkraft lebendig geworden war.

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  War es nicht seltsam, da? sie auf der Welt war und in einem wunderlichen M?rchen herumlaufen konnte?

  Sherekan sprang elegant über den Kiesweg und verschwand in den engstehenden Johannisbeerstr?uchern. Eine lebendige Katze, quicklebendig von den wei?en Schnurrhaaren bis zu dem peitschenden Schwanz ganz hinten am K?rper. Auch sie war im Garten, aber sie war sich dessen wohl kaum auf dieselbe Weise bewu?t wie Sofie.

  Als Sofie eine Weile darüber nachgedacht hatte, da? sie existierte, mu?te sie auch daran denken, da? sie nicht immer hiersein würde.

  Ich bin jetzt auf der Welt, dachte sie. Aber eines Tages werde ich verschwunden sein.

  Gab es ein Leben nach dem Tod? Auch von dieser Frage hatte die Katze keine Ahnung.

  Vor gar nicht langer Zeit war Sofies Gro?mutter gestorben. Fast jeden Tag seit über einem halben Jahr dachte Sofie daran, wie sehr sie sie vermi?te. War es nicht ungerecht, da? das Leben einmal ein Ende hatte?

  Sofie blieb grübelnd auf dem Kiesweg stehen. Sie versuchte, besonders intensiv daran zu denken, da? sie existierte, um dabei zu vergessen, da? sie nicht immer hiersein würde. Aber das war ganz unm?glich. Sowie sie sich darauf konzentrierte, da?

  sie existierte, tauchte sofort auch ein Gedanke an das Ende des Lebens auf. Umgekehrt war es genauso: Erst wenn sie ganz stark empfand, da? sie eines Tages ganz verschwunden sein würde, ging ihr richtig auf, wie unendlich wertvoll das Leben war. Es war wie die beiden Seiten einer Münze, einer Münze, die sie immer wieder umdrehte. Und je gr??er und deutlicher die eine Seite der Münze war, um so gr??er und deutlicher wurde auch die andere. Leben und Tod waren zwei Seiten derselben Sache.

  Man kann nicht erleben, da? man existiert, ohne auch zu erleben, da? man sterben mu?, dachte sie. Und es ist genauso unm?glich, darüber nachzudenken, da? man sterben mu?,

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  ohne zugleich daran zu denken, wie phantastisch das Leben ist.

  Sofie fiel ein, da? ihre Gro?mutter an dem Tag, an dem sie von ihrer Krankheit erfahren hatte, etwas ?hnliches gesagt hatte. ?Erst jetzt begreife ich, wie reich das Leben ist?, hatte sie gesagt.

  War es nicht traurig, da? die meisten Leute erst krank werden mu?ten, ehe sie einsahen, wie sch?n das Leben war? Zumindest mu?ten sie offenbar einen geheimnisvollen Brief im Briefkasten finden.

  Vielleicht sollte sie nachsehen, ob noch mehr gekommen war? Sofie lief zum Tor und hob den grünen Deckel. Sie fuhr zusammen, als sie einen ganz identischen Briefums

chlag entdeckte. Sie hatte doch nachgesehen, ob der Briefkasten wirklich leer war, als sie den ersten Brief herausgenommen hatte?

  Auch auf diesem Umschlag stand ihr Name. Sie ri? ihn auf und zog einen wei?en Zettel heraus, der genauso aussah wie der erste.

  Woher kommt die Welt? stand darauf.

  Keine Ahnung, dachte Sofie. So was wei? ja wohl niemand!

  Und trotzdem -Sofie fand diese Frage berechtigt. Zum ersten Mal in ihrem Leben dachte sie, da? es fast unm?glich war, auf einer Welt zu leben, ohne wenigstens zu fragen, woher sie stammte.

  Von den geheimnisvollen Briefen war Sofie so schwindlig geworden, da? sie beschlo?, sich in die H?hle zu setzen. Die H?hle war Sofies Geheimversteck. Hierhin kam sie nur, wenn sie sehr wütend, sehr traurig oder sehr froh war. Heute war sie verwirrt.

  Das rote Haus stand mitten in einem gro?en Garten. Es gab hier viele Blumenbeete, Johannis-und Stachelbeerstr?ucher, verschiedene Obstb?ume, einen gro?en Rasen mit einer Hollywoodschaukel und sogar einen kleinen Pavillon, den Gro?vater für Gro?mutter gebaut hatte, als ihr erstes Kind nur wenige

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  Wochen nach der Geburt gestorben war. Das arme kleine M?dchen hatte Marie gehei?en. Auf dem Grabstein stand: ?Klein Mariechen zu uns kam, grü?te nur und ging von dann''?。

  In einer Ecke des Gartens, noch hinter den Himbeerstr?uchern, stand ein dichtes Gestrüpp, das weder Blüten noch Beeren trug. Eigentlich war es eine alte Hecke, die die Grenze zum Wald bildete, aber da sich in den letzten zwanzig Jahren nie mand mehr darum gekümmert hatte, war sie zu einem undurchdringlichen Gestrüpp herangewachsen. Gro?mutter hatte erz?hlt, da? die Hecke im Krieg, als die Hühner frei im Garten herumliefen, den Füchsen die Hühnerjagd etwas schwerer gemacht hatte.

  Für alle anderen war die alte Hecke genauso unnütz wie die alten Kaninchenst?lle weiter vorn im Garten. Aber das lag nur daran, da? sie nichts von Sofies Geheimnis wu?ten. Solange Sofie sich erinnern konnte, hatte sie in der Hecke einen schmalen Durchgang gekannt. Wenn sie hindurchkroch, erreichte sie bald einen gro?en Hohlraum, das war ihre H?hle. Hier konnte sie ganz sicher sein, da? niemand sie finden würde.

  Mit den beiden Briefumschl?gen in der Hand lief Sofie durch den Garten und robbte dann auf allen vieren durch die Hecke. Die H?hle war so gro?, da? sie darin fast aufrecht stehen konnte, aber nun setzte sie sich auf einige dicke Wurzeln. Von hier aus konnte sie durch zwei winzig kleine L?cher zwischen Zweigen und Bl?ttern hinaussehen. Obwohl keines dieser L?cher gr??er war als ein Fünfkronenstück, hatte sie den ganzen Garten im Blick. Als sie klein war, hatte sie gern zugesehen, wie ihre Mutter oder ihr Vater zwischen den B?umen umherliefen und sie suchten.

  Sofie war der Garten immer schon wie eine eigene Welt vorgekommen. Jedesmal, wenn sie vom Garten Eden aus der Sch?pfungsgeschichte geh?rt hatte, hatte sie an die H?hle denken müssen und daran, wie es war, darin zu sitzen und ihr eigenes kleines Paradies zu betrachten.

  ?Woher kommt die Welt??

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  Nein, das wu?te sie wirklich nicht. Sofie wu?te natürlich, da? die Welt nur ein kleiner Planet im riesigen Weltraum war. Aber woher kam der Weltraum?

  Es war natürlich denkbar, da? der Weltraum immer schon dagewesen war; dann brauchte sie auch keine Antwort auf die Frage zu finden, woher er gekommen war. Aber konnte etwas denn ewig sein? Irgend etwas in ihr protestierte dagegen. Alles, was existiert, mu? doch einen Anfang haben. Also mu?te irgendwann der Weltraum aus etwas anderem entstanden sein.

  Aber wenn der Weltraum pl?tzlich aus etwas anderem entstanden war, dann mu?te dieses andere ebenfalls irgendwann aus etwas anderem entstanden sein. Sofie begriff, da? sie das Problem nur vor sich hergeschoben hatte. Schlie?lich und endlich mu?te irgendwann irgend etwas aus null und nichts entstanden sein. Aber war das m?glich? War diese Vorstellung nicht ebenso unm?glich wie die, da? es die Welt immer schon gegeben hatte?

  Im Religionsunterricht lernten sie, da? Gott die Welt erschaffen hatte, und Sofie versuchte jetzt, sich damit zufriedenzugeben, da? das trotz allem die beste L?sung für dieses Problem war. Aber dann fing sie wieder an zu denken. Sie konnte gern hinnehmen, da? Gott den Weltraum erschaffen hatte, aber was war mit Gott selber? Hatte er sich selbst aus null und nichts erschaffen?

  Wieder protestierte etwas in ihr. Obwohl Gott sicher alles m?gliche erschaffen konnte, konnte er sich ja wohl kaum selber schaffen, ehe er ein ?Selbst? hatte, mit dem er erschaffen konnte. Und dann gab es nur noch eine M?glichkeit: Gott gab es schon immer. Aber diese M?glichkeit hatte sie doch schon verworfen. Alles, was existierte, mu?te einen Anfang haben.

  ?Verflixt!?

  Wieder ?ffnete sie beide Briefumschl?ge.

  ?Wer bist Du??

  ?Woher kommt die Welt??

  Was für gemeine Fragen! Und woher kamen die beiden Briefe? Das war fast genauso geheimnisvoll.

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  Wer hatte Sofie aus dem Alltag gerissen und sie pl?tzlich mit den gro?en R?tseln des Universums konfrontiert?

  Zum dritten Mal ging Sofie zum Briefkasten.

  Erst jetzt hatte der Postbote die normale Post gebracht. Sofie fischte einen dicken Packen Werbung, Zeitungen und zwei Briefe an ihre Mutter heraus. Es gab auch eine Postkarte -mit dem Bild eines südlichen Strandes. Sie drehte die Karte um. Sie hatte norwegische Briefmarken und den Stempel ?UN-Regiment?。 Konnte die von ihrem Vater sein? Aber war der nicht ganz woanders? Und seine Handschrift war es auch nicht.

  Sofie spürte ihren Puls etwas schneller schlagen, als sie die Adresse auf der Karte las. ?Hilde M?11er Knag, c/o Sofie Amundsen, Kl?verveien 3……? Die übrige Adresse stimmte. Auf der Karte stand:

  Liebe Hilde! Ich gratuliere Dir herzlich zum 15. Geburtstag. Du verstehst sicher, da? ich Dir ein Geschenk machen m?chte, an dem Du wachsen kannst. Verzeih, da? ich die Karte an Sofie schicke. So war es am leichtesten.

  Liebe Grü?e, Papa

  Sofie lief zum Haus zurück und stürzte in die Küche. Sie spürte, da? ein Sturm in ihr tobte. Was war das nun wieder? Wer war diese Hilde, die einen guten Monat vor Sofies eigenem 15. Geburtstag fünfzehn wurde?

  Sofie holte sich das Telefonbuch aus dem Flur. Viele darin hie?en M?11er, manche auch Knag. Aber im ganzen dicken Tele fonbuch hie? kein Mensch M?11er Knag.

  Wieder musterte sie die geheimnisvolle Karte. Doch, echt war die schon, mit Briefmarke und Stempel.

  Warum aber schickte ein Vater eine Geburtstagskarte an Sofies Adresse, wenn sie doch ganz offenbar anderswohin geh?rte?

  Welcher Vater würde eine Postkarte auf Irrwege senden

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  und damit seine Tochter um ihren Geburtstagsgru? betrügen?

  Wieso konnte es ?so am leichtesten? sein? Und vor allem: Wie sollte sie Hilde ausfindig machen?

  Auf diese Weise hatte Sofie noch ein Problem, über das sie sich den Kopf zerbrechen konnte. Sie versuchte wieder, Ordnung in ihre Gedanken zu bringen.

  Im Laufe weniger Nachmittagsstunden war sie mit drei R?tseln konfrontiert worden. Das erste R?tsel war die Frage, wer die beiden wei?en Briefumschl?ge in ihren Briefkasten gelegt hatte. Das zweite waren die schwierigen Fragen, die diese Briefe stellten. Das dritte R?tsel war, wer Hilde M?11er Knag war und warum Sofie eine Geburtstagskarte für dieses fremde M?dchen erhalten hatte.

  Sie war sich sicher, da? diese drei R?tsel irgendwie zusammenh?ngen mu?ten, denn bisher hatte sie ein ganz normales Leben geführt.

杯杯 2007-9-4 17:27

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